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Neues Stipendium Des Landes NRW Für Künstlerischen Dokumentar- Und Spielfilm Geht An Kölner Regisseurin

Neues Stipendium des Landes NRW für künstlerischen Dokumentar- und Spielfilm geht an Kölner Regisseurin

Filippa Bauer ist die erste Empfängerin des neuen Stipendiums Künstlerischer Dokumentar- und Spielfilm des Landes NRW. Ihr Dokumentarfilmprojekt „Traumhäuser“ wendet sich Stein gewordenen Wunschträumen jugoslawischer Arbeitsmigranten zu, die diese nun an ihre in Deutschland aufgewachsenen Töchter und Söhne vererben wollen. Sehnsuchtsorte in der alten Heimat: Einst Fernziel einer geplanten Rückkehr, nun Besitz, der bindet.

„Die Auswahl war für die Jury schwierig, da viele relevante, künstlerisch ambitionierte, förderungswürdige Projekte vorlagen. Unsere Entscheidung fiel aber dann ganz eindeutig auf ein Projekt, das die Heimatlosigkeit vieler Menschen, die als Arbeiter nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind und ihre  Sehnsucht nach Verortung ausdrückt. Sie pendeln zwischen ihrem Ort der Arbeit und des Alltags und dem ihrer Projektion. Wie sehen diese Träume aus und wie manifestieren sie sich?“ (aus der Jurybegründung)

Filippa Bauer beeindruckte mit ihrem Filmprojekt die JurorInnen des vom Land Nordrhein-Westfalen neu geschaffenen Stipendiums Künstlerischer Dokumentar- und Spielfilm, das mit 9.900 Euro dotiert ist. Das 2018 erstmalig ausgeschriebene Stipendium wird vom Filmbüro NW in Kooperation mit doxs!/Duisburger Filmwoche organisiert und unterstützt insbesondere die Planungs- und Recherchephase von Filmprojekten. Die Regisseurin erhält mit der Förderung die Möglichkeit, das Sujet ihres Projektes weiterzuentwickeln und ihre Arbeit auf eine breite Recherchebasis stellen zu können. Ein zweites Entwicklungsstipendium mit der Ausrichtung auf künstlerischen Kinder- und Jugenddokumentarfilm wird am 10. November 2018 im Rahmen der Preisverleihung der Duisburger Filmwoche vergeben.

Leerstehende Zukunftsentwürfe: Erkundungen nach Symbolen der Migration

„Traumhäuser“ will symbolträchtige Orte zeigen und ihre sich über Generationen wandelnde Bedeutung als migrantische Familiengeschichte dokumentieren. Zeugen die Bauvorhaben in Ex-Jugoslawien für die Auswanderergeneration noch von der Vorstellung einer gemeinsamen und wohlhabenden Rückkehr, nimmt die nachfolgende Generation sie zuweilen als Fassaden für elterliche Projektionen wahr. Zudem ist inzwischen mehr passiert als ein Sesshaftwerden der vermeintlichen „Gastarbeiterfamilien“ in NRW: Die Balkankriege haben das Verhältnis zur einstigen Heimat generationsübergreifend ambivalent werden lassen. Die Förderung soll Filippa Bauer ermöglichen, ihre Recherchen zu intensivieren und ihr visuelles Konzept weiter zu konkretisieren.

Die JurorInnen sind auch mit Blick auf die bisherigen Arbeiten der Regisseurin von ihrer Wahl überzeugt: „Filippa Bauer hat mit ihrem Diplomfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln ,Freiräume‘ (DE 2015), der auch auf der Berlinale lief, gezeigt, wie sie durch die Abbildung  des Konkreten innere, sehr persönliche Prozesse sichtbar machen kann. Sie lenkt ihren Blick auf Sehnsüchte und Wünsche von Menschen, die zwischen zwei Kulturen an ihren Träumen festhalten“, heißt es in der Jurybegründung.

Bauer ist überdies Preisträgerin des Förderpreises des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler im Bereich „Film: Regie, Bühnenbild, Kameraführung“. Sie war 2015 Teilnehmerin der Zürich Film Festival Master Class und ist seit 2015 aktives Mitglied des Filmforums DOKOMOTIVE für künstlerischen Dokumentarfilm. 

Hochkarätig besetzte Jury

Über die Vergabe des Stipendiums Künstlerischer Dokumentar- und Spielfilm entschied eine vierköpfige Jury: Die Berliner Regisseurin Valeska Grisebach, die zuletzt mit ihrem Spielfilm „Western“ internationale Erfolge feierte. Der Kölner Regisseur und Kameramann Oliver Schwabe, dessen umfangreiche Filmografie ausgefallene Werke für Kino und Fernsehen umfasst. Sabine Rollberg war zuletzt 2008–2017 Redaktionsleiterin bei WDR/ARTE und ist seit 2008 Professorin für Künstlerische Fernsehformate an der Kunsthochschule für Medien Köln. Ruth Schiffer war als Filmreferentin der Kulturabteilung des Landes NRW Teil der Jury.

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